Christian Renz Paulsen

Pianist / Composer / Arranger

Hier finden Sie Informationen zu mir, meinem Weg zur Musik und Komposition und zu den vielfältigen Einflüssen, die sich in meinen Werken widerspiegeln:

Meine Werke werden von lateinamerikanischen Rhythmen, der Textur und Harmonik des Jazz und der klassischen Musik beeinflusst.

Meine Kindheit war von Anfang an von Musik geprägt. Mein Vater, Gunter Renz, ist Konzertpianist und übte jeden Tag ca. 6 Stunden zu Hause, nachdem er am Konservatorium „Pedro Biava“ in Barranquilla unterrichtete. Sonntags nachmittags traf sich die Familie zusammen mit Studenten bei uns zu Hause, um klassische Musik zu hören, zu der mein Vater immer einen kleinen Vortrag hielt. Meine Mutter, Helga Paulsen, ist Schulmusiklehrerin und Chorleiterin. Zwei meiner Geschwister sind ebenfalls Musiker.

Barranquilla (Kolumbien), die Stadt in der ich am 7. Juli 1982 geboren bin, ist eine sehr laute Stadt. Hier hört man überall und den ganzen Tag im Hintergrund lateinamerikanische Musik.  Im Bus, im Supermarkt und sogar beim Schlafen hörte ich die Bässe, die aus verschiedenen Richtungen erklangen.

Im Alter von fünf Jahren habe ich bei der kolumbianischen Pianistin Rosalba Reina mit dem Klavierunterricht angefangen. Kurz danach wollte ich auch kleine Stücke schreiben, so habe ich meine ersten Kompositionsversuche meiner Mutter am Klavier vorgespielt, damit sie sie auf der Partitur notierte.

Mit 13 entdeckte ich meine Leidenschaft für Salsa-Musik, und gründete und leitete in der Schule die Band „Afródica“ (Afro-Melodías del Caribe), mit der wir verschiedene Preise erhielten. Später fingen wir an, uns mit Jazz-Standards zu beschäftigen und dann auch eigene Jazz-Stücke zu spielen. Die Band, die heutzutage immer noch existiert, spielte ein paar Jahre später fast ausschließlich nur noch Jazz und wurde dann in
„Latin Sampling“ umbenannt. Später trennte ich mich von der Band, um meinen eigenen Weg zu gehen.

Mit 14 fing ich an, Musiktheorie bei meinen Vater zu lernen. Es entstanden meine ersten Kompositionen. Die Komposition „Me tienes que decir“ („Du musst mir sagen …“ ) wurde im Jahr 1999 vom Ministerium für Umwelt von Kolumbien als Leitmotiv für eine Kampagne zur Aufforstung des Regenwaldes gewählt.

Mit 18 erhielt ich den Ersten Preis für den Kompositionswettbewerb „Música Clásica Caribe 2000“, für mein Stück „Fantasía Sobre El Río Sinú“. Diese Komposition nimmt Bezug auf  die Handlung  des Buches „Tierra Mojada“ des kolumbianischen Schriftstellers Manuel Zapata Olivella.

Ein Jahr später zog ich nach Hamburg um mich dem Musikstudium zu widmen. Am Anfang erhielt ich Privat-Kompositionsunterricht bei Hans Peter Reutter und Gino Romero Ramírez und nahm auch an dem Intensivkurs für Komposition der Jeunesses Musicales für junge Komponisten im Schloss Weikersheim unter Leitung des Komponisten Uwe Krause teil. Ich bekam gleichzeitig die Zulassung für einen Studienplatz für Komposition in Dresden und für ein Jazzstudium in Hamburg. Ich entschied mich für das Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und studierte (Diplom-Konzert mit Auszeichnung) Jazz-Klavier bei Vladyslav Sendecki, Jürgen Friedrich, Mischa Schumann und Buggy Braune und Klassik-Klavier bei Tinatin Gambashidze (Dipl.-Musikl.). 2010 bis 2013 absolvierte ich der Masterstudiengang Jazzkomposition (M.Mus.) unter der Leitung von Prof. Wolf Kerschek an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Seither nehme ich aktiv an verschiedenen lokalen und internationalen Gruppen  als Pianist und Arrangeur teil und beschäftige mich mit meinem Jazzprojekt „Christian Renz Group“. Mit diesen Formationen habe ich diverse Auftritte bei verschiedenen Festivals in Europa und Kolumbien gehabt.

Bisher habe ich eine Reihe von Werken für Soloklavier, Solostimme und Klavier, gemischten Chor, Kammergruppen, Streichorchester und Sinfonieorchester, Bigband, Jazzensembles und Salsa-Combos komponiert.

Im Rahmen der Tour des Jugend Sinfonie Orchesters Mannheim komponierte ich 2011 das Werk "Pequeña Rapsodia Carnestolendica", welches seine Uraufführung am 20. März 2011 in Lambsheim feierte und seitdem u.a. in Mannheim und Neustadt (Deutschland) und in Barranquilla, Santa Marta und Cartagena (Kolumbien) aufgeführt wurde.

Im Oktober 2011 fanden zwei weitere Uraufführungen statt:

"Boleriando" (Latin-crossover Version des "Bolero" von Ravel), aufgeführt in Köln und Riedberg vom WDR-Rundfunkorchester und den Klazzbrothers unter Leitung des Dirigenten Rasmus Baumann.

"Zeitbrücke", aufgeführt in Speyer vom Speyerer Kammerorchesters und der Solistin Felizitas Villalon unter Leitung von Diethardt Laxa. Dieses Werk komponierte ich im Rahmen des "Salierjahres 2011".

Im Rahmen meines Master-Projektes habe ich mehrere Werke für die NDR-Bigband komponiert, welche im Mai 2012 im NDR-Studio aufgenommen wurden. 

2011 bis 2012 wurde ich mit dem Deutschland-Stipendium gefördert, welches durch die MfMT und den Rotary Club finanziert wird. Ein Jahr später, habe ich zudem das Stipendium der Oscar und Vera Ritter Stiftung erhalten.

Seit 2014 bekomme ich Lehraufträge in den Fächern Arrangieren und Jazzkomposition in der Musikhochschule Hamburg und arbeite als Keyboarder und Arrangeur für die in Hamburg ansässige Kolumbianische Band Mete Mono.